
Amelie Lohmann zeigt, warum Nachfolge im Familienunternehmen kein gemachtes Nest ist: Sie braucht klare Rollen, Vertrauen im Team und den Mut, die eigene Aufgabe selbst zu gestalten.
Nachfolge im Familienunternehmen wird oft als Selbstläufer beschrieben. Amelie Lohmann erlebt sie anders. Seit drei Jahren arbeitet sie gemeinsam mit ihrem älteren Bruder in dritter Generation bei Panther Batterien in Holdorf – und muss sich ihren Platz jeden Tag neu erarbeiten.
In einer Studio-Vechta-Folge spricht die 30-Jährige über den Weg aus der Wissenschaft ins Unternehmen, über Familie im Büro und über die Frage, warum Personal das Fundament für ein wachsendes Familienunternehmen ist.
Vom ersten Lkw zur Batteriekompetenz
Die Panther-Geschichte begann laut dem bereitgestellten Beitrag mit einer Autobatterie, die an der Tankstelle zu teuer war. Aus der Idee, günstiger einzukaufen, wurde eine Fahrt nach Portugal und ein erster Lkw voller Batterien. 1986 gründeten Alwine und Andreas Lohmann den Vertrieb in Langwege; die offizielle Unternehmensgeschichte dokumentiert diesen Start ebenso wie den späteren Umzug nach Holdorf.
Heute arbeitet Panther Batterien als familiengeführter Großhandel mit eigener Marke und Produkten verschiedener Hersteller. Das Sortiment reicht von Starter- und Versorgerbatterien bis zu Lösungen für Traktion und Industrie. Die offizielle Website nennt Holdorf als Standort und führt außerdem Beratung, Werkstattservice sowie die fachgerechte Altbatterieentsorgung auf.
Ein Weg, der nicht vorgezeichnet war
Für Amelie Lohmann war der Einstieg nicht gesetzt. Nach Schule, Promotion und Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin interessierte sie sich erst später für die freie Wirtschaft. Ihr Bruder öffnete die Tür ins Unternehmen, aber keine fertige Stellenbeschreibung wartete auf sie – sondern eine Liste offener Themen.
PR, interne Kommunikation, Onboarding und Kataloge gehörten zu den ersten Aufgaben. Später übernahm sie die Personalleitung und Fragen des Batterierechts. Ihre Rolle entstand Schritt für Schritt. Genau darin liegt für sie ein wichtiger Teil von Nachfolge: nicht in eine Position gesetzt zu werden, sondern Verantwortung sichtbar zu übernehmen.
Drei Köpfe, klar verteilte Aufgaben
In der Familie sind die Aufgaben klar aufgeteilt. Der Vater verantwortet Vertrieb und Marketing, der Bruder kümmert sich laut dem Gespräch um Finanzen, Einkauf, IT und Digitalisierung. Amelie Lohmann trägt Verantwortung für Personal, Kommunikation und rechtliche Themen.
Die Interessen unterscheiden sich, die Haltung soll dieselbe bleiben. Diese Mischung aus klaren Zuständigkeiten und gemeinsamen Werten ist für das Geschwisterduo ein Vorteil. Sie schafft Orientierung im Alltag und verhindert, dass Nachfolge an unklaren Erwartungen hängen bleibt.
Personal als Fundament
Im Visionshaus von Panther Batterien für 2030 stehen Personal- und Führungskräfteentwicklung an der Basis. Für Amelie Lohmann ist der Bereich zugleich anspruchsvoll und motivierend. Ihr pädagogischer Hintergrund hilft ihr, Menschen, Rollen und Entwicklung nicht nur aus der Sicht von Stellenplänen zu betrachten.
Auch im Recruiting setzt das Unternehmen auf direkte Einblicke. Nach einem ersten Kennenlernen folgt ein Gespräch mit Teamleitung und einem künftigen Teammitglied – ohne Geschäftsführung. Bewerbende sollen offen fragen können, wie die Arbeit tatsächlich aussieht. Benefits helfen beim Einstieg, aber Zusammenhalt entscheidet nach ihrer Erfahrung darüber, ob Menschen bleiben.
Familie im Büro: Vertrauen und Herausforderung
Mit der eigenen Familie zu arbeiten, bedeutet kurze Wege, Vertrauen und viele Freiheiten. Es bedeutet aber auch, sich aus vertrauten Rollenmuster zu lösen. Amelie Lohmann beschreibt die Herausforderung, als Tochter und jüngere Schwester eine eigene Stimme zu finden – gerade gegenüber Menschen, die sie schon lange kennen.
In Hochphasen gilt für die Familie derselbe Anspruch wie für das Team. Wenn Mehrarbeit nötig ist, soll niemand den Eindruck haben, die Eigentümerfamilie ziehe sich früh zurück. Gegen Überforderung helfen ihr Aufgaben, die Energie geben, und ein Team, auf das sie sich verlassen kann.
Lager, Logistik und ein Markt im Wandel
Panther Batterien verbindet Lager- und Logistikkompetenz mit einem breiten Batterieprogramm. Die offizielle Geschichte zeigt, wie der Standort in Holdorf über die Jahre ausgebaut wurde. Der bereitgestellte Beitrag ordnet zudem eine Stärke ein, die bei einem sich wandelnden Markt wichtig bleibt: die Lagerung und der Transport von Gefahrgut.
Die klassische Starterbatterie ist laut Gespräch weiterhin ein wichtiger Bestseller. Gleichzeitig wächst das Angebot über Mobilität hinaus in Bereiche wie Industrie und Traktion. Für ein Familienunternehmen heißt Wandel damit nicht, die eigene Herkunft abzuschütteln, sondern vorhandene Kompetenzen für neue Anforderungen nutzbar zu machen.
Nachfolge ist eine bewusste Entscheidung
Das Gespräch beantwortet die Ausgangsfrage klar: Nachfolge kann ein Traum sein, aber kein Selbstläufer. Sie fordert Menschen, die sich beweisen, Verantwortung übernehmen und ihre Rolle immer wieder bewusst gestalten wollen.
Für Familienunternehmen aus Holdorf und dem Oldenburger Münsterland liegt darin eine übertragbare Erfahrung. Klare Zuständigkeiten, ehrliche Einblicke in die Zusammenarbeit und ein stabiles Team schaffen den Raum, in dem die nächste Generation wachsen kann.


